Die Leiden der „Billig-Hunde“
Ein Hund zum „Schnäppchenpreis“? Gibt es so etwas?
Tatsache ist, dass der Handel mit Rassehunden aus Osteuropa boomt. Die Tiere
stammen aus fragwürdigen „Zuchtfabriken“ etwa in Polen, Ungarn, Bulgarien,
Tschechien, Rumänien, der Ukraine und Russland.
Nachdem nun auch noch teilweise die Grenzkontrollen aufgehoben wurden, ist
der Transport nach Deutschland und das Umgehen der EU-Bestimmungen
(EU-Impfpass und eindeutige Kennzeichnung) nur noch mit einem geringen
Risiko verbunden.
Das niedliche Welpengesicht, der herzerweichende Blick und der
„Schnäppchenpreis“ verführen viele Menschen auf dem Supermarkt-Parkplatz, im
Internet oder in Zeitungsannoncen. Doch mit dem Tier zum „Discountpreis“
kommen auch die Probleme. Die Welpen bringen Krankheiten, Parasiten und
somit auch nicht geringe Tierarztkosten mit sich. Da sie in den
„Hinterhofzuchtfabriken“ kaum Menschenkontakt hatten und viel zu früh von
der Mutter getrennt wurden, reagieren sie in ihrer neuen Heimat oft sehr
ängstlich bis aggressiv und sind nicht selten, auf Grund der fehlendenden
Sozialisierung verhaltensgestört.
Viele Besitzer, entäuscht von ihrem „schwierigen Hund“ trennen sich früher
oder später von ihm und geben den Hund in eins der immer voller werdenden
Tierheime ab.
Helfen Sie uns gegen Hundehandel vorzugehen!
►Kaufen Sie niemals von Hundehändlern und dubiosen Züchtern. Mit einem Kauf
unterstützen Sie das System und tragen zu weiteren Qualzuchten bei.
►Klären Sie bitte Freunde und Bekannte darüber auf.
Hundehandel ist Tierquälerei. Diese Geschäfte sind
Geschäfte mit Kriminellen!
►Wenn sie beobachten, dass Welpen aus Autos oder an öffentlichen Plätzen
verkauft werden, rufen Sie um-gehend die Polizei. Auch hier gilt: Ihre
Aufmerksamkeit
kann das Leben der Tiere retten.
Und vergessen Sie nicht:
Auch im Tierheim sind großartige Hunde, die es nicht verdient haben, ihr
Leben im Tierheim zu verbringen.
Kastration - Pro & Kontra
Alte Diskussion mit neuen Erkenntnissen
von Med. vet. Nicole Gautschi
Hündinnen
Operation
Unter Kastration versteht
man die operative Entfernung der Eierstöcke, wobei die Gebärmutter teilweise
oder vollständig mit entfernt wird. Durch diesen Eingriff ist die Hündin
zeitlebens sexuell ruhig gestellt. Die Läufigkeiten mit all ihren
Unannehmlichkeiten wie Attraktivität für Rüden und blutiger Scheidenausfluss
fallen damit weg.
| Gründe: Aus Sicht der Hundebesitzer bestehen die Hauptgründe für die Kastration in der Verhinderung unerwünschter Trächtigkeiten und in der Erleichterung der Haltung. In manchen Fällen ist die Kastration aus medizinischen Gründen angezeigt. So z.B. wenn der Tierarzt Veränderungen an Gebärmutter und Eierstöcken oder Tumoren in der Scheide feststellt, bei Zuckerkrankheit (Diabetes) oder wenn die Scheidenschleimhaut vorgefallen ist. |
Zeitpunkt
Seit den 60er Jahren ist
bekannt, dass durch die Kastration vor der ersten Läufigkeit das Risiko für
die Entstehung von Tumoren, ausgehend von den Milchdrüsen, auf 0,5 Prozent
gesenkt werden kann. Bei der Kastration nach der ersten Läufigkeit beträgt
das Risiko bereits 8 Prozent. Von allen Hündinnen, die erst nach der zweiten
Läufigkeit oder gar nicht kastriert werden, entwickelt jede vierte einen
Mammatumor. Wenn mal also bedenkt, dass die Mammatumore so häufig vorkommen
und rund die Hälfte davon bösartig sind, scheint es unsinnig, mit der
Kastration bis nach der ersten Läufigkeit zu warten.
Als Argument gegen eine Frühkastration wird immer wieder angeführt, dass die Skelettentwicklung der Hündin vorzeitig gestoppt wird. Wissenschaftliche Untersuchungen widerlegen jedoch diese verbreitete Fehlmeinung und bestätigen, dass frühkastrierte Hündinnen genau gleich groß werden wie ihre nicht kastrierten Wurfgeschwister.
Auch die Vorstellung, dass frühkastrierte Hündinnen psychisch infantil bleiben, ist nicht korrekt. Zwar haben Hündinnen, die vor der ersten Läufigkeit kastriert wurden, einen ausgeprägteren Spieltrieb und sind unkomplizierter im Umgang mit Artgenossen. Von den meisten Hundebesitzern werden diese Eigenschaften jedoch positiv gewertet und sind durchaus erwünscht.
Auf die Lernfähigkeit wirkt sich die Frühkastration nicht negativ aus. Werden jedoch große Anforderungen an den Hund gestellt, wie z.B. bei der Ausbildung zum Schutz-, Katastrophen- oder Blindenführhund, so empfehlen die entsprechenden Hundeausbilder eine Kastration erst nach der ersten Läufigkeit vorzunehmen.
Vorteile
Durch die Kastration wird
die Sexualfunktion irreversibel und zeitlebens ausgeschaltet. Damit fallen
auch die hygienischen Unannehmlichkeiten im Zusammenhang mit dem blutigen
Läufigkeitsausfluss weg.
Der größte Vorteil der Kastration ist jedoch die Verhinderung von Mammatumoren, vorausgesetzt, die Hündin wird vor der ersten Läufigkeit kastriert. Wird bis nach der zweiten Läufigkeit mit der Operation gewartet, so ist das Risiko für Gesäugekrebs gleich groß wie bei einer sexuell intakten Hündin, nämlich 26 Prozent. Eine Kastration nach der zweiten Läufigkeit reduziert also das Risiko für Tumoren der Milchdrüse nicht mehr.
Auf die normalen Hormonveränderungen nach der Läufigkeit reagieren einige Hündinnen mit psychischen Störungen, eventuell auch mit Gesäugeanbildung, der so genannten Scheinträchtigkeit. Dieses für Hund und Besitzer gleichermaßen unangenehme Verhalten verschwindet mit der Kastration vollständig.
Durch die Kastration können außerdem Erkrankungen von Eierstöcken und Gebärmutter, vor allem die häufig vorkommende Gebärmuttervereiterung, verhindert werden.
Nachteile
Die Harninkontinenz, auch
Harnträufeln genannt, ist eine der wichtigsten und unangenehmsten
Folgeerscheinungen der Kastration bei der Hündin. Man versteht darunter den
ungewollten, unkontrollierbaren Abgang von Urin, vor allem wenn die Hündin
schläft. Weil bei der Kastration die Eierstöcke entfernt werden, fehlen also
die Geschlechtshormone, welche u.a. für den Verschluss der Harnröhre nötig
sind. Der Verschlussmechanismus der Harnröhre ist nach der Kastration
geschwächt, was schließlich zu Harnträufeln führen kann. Hündinnen mit einem
Körpergewicht von mehr als 20 Kilogramm sind mit 31 Prozent relativ häufig
davon betroffen. Bei Hündinnen, die leichter als 20 Kilogramm sind, tritt
die Harninkontinenz nur bei knapp 10 Prozent auf. Ein besonders hohes Risiko
ist bei den Boxern, Rottweilern, Dobermännern, Pinschern und
Riesenschnauzern nachgewiesen. So werden z.B. 65 Prozent aller kastrierten
Boxerhündinnen inkontinent. Betroffene Hündinnen sprechen in der Regel gut
auf Medikamente an, müssen jedoch zeitlebens behandelt werden.
Bei langhaarigen Hunden mit glänzendem Deckhaar, z.B. bei Spaniels, Langhaardackeln und Irish Settern, kann es nach der Kastration zu einem übermäßigen Wachstum des Wollhaares kommen; sie entwickeln ein stumpfes "Babyfell". Diese Fellveränderung lässt sich durch Behandlung mit Hormontabletten zwar verbessern, sie lässt sich jedoch nicht vollständig beheben. Die Erfahrungen einer langjährigen Inhaberin eines Hundesalons zeigen, dass das Babyfell bei frühkastrierten Hündinnen weniger häufig beobachtet wird. Wesentlich seltener kommt es nach der Kastration zu haarlosen Stellen in der Flankenregion, was bei kurzhaarigen Hunden sehr gut sichtbar und störend ist. Viele Hündinnen haben nach der Kastration, durch den Wegfall der Geschlechtshormone, einen größeren Appetit. Wenn sie uneingeschränkt weitergefüttert werden, kommt es zu Fettleibigkeit und in der Folge zu einer reduzierten Bewegungsfreudigkeit. Abhilfe verschafft eine konsequent restriktive Fütterung und ausreichend Bewegung. Nachteilig auswirken kann sich die Kastration bei aggressiv dominanten Hündinnen, weil dieses Fehlverhalten nach der Operation unter Umständen noch verstärkt wird.
Rüden
Operation
Unter Kastration versteht
man die operative Entfernung beider Hoden. Durch diesen Eingriff wird der
Rüde zeugungsunfähig gemacht. Kein Grund für eine Kastration ist der
gesteigerte Sexualtrieb, auch Hypersexualität genannt, welcher vorwiegend
bei Zwerghunderassen vorkommt. Rund ein Viertel der Rüden ist davon
betroffen. Sobald die Hunde in die Pubertät kommen, entwickeln sie einen
zwanghaften Drang zum Besteigen von Objekten. Sie besteigen mehrmals täglich
Spielsachen, Kissen, Menschen und Artgenossen und machen typische
Kopulationsbewegungen. Die Hypersexualität soll in erster Linie durch
erzieherische Maßnahmen korrigiert werden, indem das Besteigen von Anfang an
nicht toleriert, sondern konsequent bestraft wird. Frühkastrierte
Zwerghundrüden neigen auch zu Hysterie, was ohnehin gegen eine Kastration
spricht.
| Gründe: Rüden werden in erster Linie kastriert, um unerwünschten, geschlechtsgebundenen Verhaltensweisen entgegenzuwirken. Erst an zweiter Stelle steht der Wunsch der Unfruchtbarmachung, meistens, wenn männliche und weibliche Tiere im gleichen Haushalt leben. |
Ein weiterer Grund für die Kastration ist der bei jedem intakten Rüden auftretende weiße, schleimige Ausfluss aus der Vorhaut. Dieser Ausfluss läuft zwar unter dem Begriff "Präputialkatarrh", ist aber als völlig normales Phänomen zu beurteilen. Es bestehen große individuelle Unterschiede hinsichtlich Menge der abgesonderten Flüssigkeit. Eine übermäßige Produktion stellt für viele Besitzer ein hygienisches Problem dar. Mit Spülungen wird nur ein kurzfristiger Erfolg erzielt, weshalb sich einige Besitzer für die Kastration entscheiden. Danach hört der Ausfluss innerhalb weniger Tage auf. Medizinische Gründe, weshalb ein Rüde kastriert werden muss, umfassen Veränderungen der Hoden und der Prostata (z.B. Vergrößerung, Entzündungen oder Zysten). Nicht abgestiegene Hoden müssen frühzeitig entfernt werden, weil das Risiko, dass daraus Tumore entstehen, sehr groß ist.
Zeitpunkt
Bei Rüden ist der Zeitpunkt
der Operation weniger bedeutungsvoll als bei den Hündinnen. Rüden werden oft
erst als ausgewachsene Tiere kastriert, weil erst dann das als störend
empfundene Sexualverhalten voll ausgeprägt ist und nun ausgeschaltet werden
soll. Grundsätzlich gilt, dass der Effekt der Kastration auf das Verhalten
um so geringer ist, je später die Operation erfolgt.
Vorteile
Mit der Kastration wird
eine irreversible Ausschaltung der Sexualfunktion erreicht. Meistens ist
jedoch nicht die Fruchtbarkeit, sondern ein aggressives Verhalten der Grund
für die Kastration. In diesem Zusammenhang ist die Unterscheidung der
verschiedenen Aggressionsarten wichtig, weil nicht alle durch die Kastration
gleichermaßen beeinflusst werden. So hat z.B. die Kastration keinen Effekt
auf die Aggressivität im Zusammenhang mit Futter oder auf die Aggressivität
auf Grund von Angst. Konflikte und Beißereien mit männlichen Artgenossen
dagegen, lassen sich durch die Kastration mehr oder weniger vermeiden, wobei
das Alter des Rüden zum Zeitpunkt der Operation von großer Bedeutung ist. Je
älter nämlich der Rüde bei der Kastration ist und je länger er sein
Imponiergehabe bereits praktiziert hat, um so geringer ist der
Kastrationserfolg.
Das Streunen und das Markieren im Haus wird in den meisten Fällen durch die Kastration völlig zum Verschwinden gebracht. Wie vorgängig erwähnt, sistiert der Ausfluss aus der Vorhaut nach der Kastration vollständig.
Nachteile
Auch bei den Rüden führt die Kastration zu einem gesteigerten Appetit. Wird
nicht konsequent die selbe Menge weitergefüttert oder mit zunehmendem Alter
sogar eher etwas weniger, so führt dies zu Übergewicht.
Im Gegensatz zur Hündin kann sich die Kastration beim männlichen Tier auf das Skelettwachstum auswirken. Bei einer Kastration vor Erreichen der Geschlechtsreife dauert das Knochenwachstum länger, und der Rüde wird geringfügig größer. Bei Spaniel-, Langhaardackel- und Irish Setterrüden wird die Fellqualität durch die Kastration in gleicher Weise, jedoch seltener beeinträchtigt als bei den Hündinnen.
Obwohl das Verhalten von frühzeitig kastrierten Rüden gegenüber ihren Artgenossen in der Regel sehr friedfertig ist, zeigen die sexuell intakten Rüden zum Teil einen sehr unangenehmen Umgang mit den kastrierten Rüden. Viele kastrierte und somit "geschlechtsneutrale" Rüden werden von ihren Artgenossen intensiv beschnuppert und bestiegen. Dieses Dominanzgebaren wird von den kastrierten Hunden aber meistens nicht toleriert, und sie nehmen bereits eine aggressive Abwehrhaltung ein, wenn sich ein interessierter Rüde nähert.
Fazit: Bei den Rüden besteht weniger häufig "der Wunsch nach sexueller Ruhigstellung" wie bei den Hündinnen. Wird die Kastration wegen erhöhter Aggressivität eines Rüden in Erwägung gezogen, so darf mit der Operation nicht zu lange gewartet werden. |
Kastration - Pro & Kontra
Alte Diskussion mit neuen
Erkenntnissen Hündinnen Operation
Zeitpunkt Als Argument gegen eine Frühkastration wird immer wieder angeführt, dass die Skelettentwicklung der Hündin vorzeitig gestoppt wird. Wissenschaftliche Untersuchungen widerlegen jedoch diese verbreitete Fehlmeinung und bestätigen, dass frühkastrierte Hündinnen genau gleich groß werden wie ihre nicht kastrierten Wurfgeschwister. Auch die Vorstellung, dass frühkastrierte Hündinnen psychisch infantil bleiben, ist nicht korrekt. Zwar haben Hündinnen, die vor der ersten Läufigkeit kastriert wurden, einen ausgeprägteren Spieltrieb und sind unkomplizierter im Umgang mit Artgenossen. Von den meisten Hundebesitzern werden diese Eigenschaften jedoch positiv gewertet und sind durchaus erwünscht. Auf die Lernfähigkeit wirkt sich die Frühkastration nicht negativ aus. Werden jedoch große Anforderungen an den Hund gestellt, wie z.B. bei der Ausbildung zum Schutz-, Katastrophen- oder Blindenführhund, so empfehlen die entsprechenden Hundeausbilder eine Kastration erst nach der ersten Läufigkeit vorzunehmen. Vorteile Der größte Vorteil der Kastration ist jedoch die Verhinderung von Mammatumoren, vorausgesetzt, die Hündin wird vor der ersten Läufigkeit kastriert. Wird bis nach der zweiten Läufigkeit mit der Operation gewartet, so ist das Risiko für Gesäugekrebs gleich groß wie bei einer sexuell intakten Hündin, nämlich 26 Prozent. Eine Kastration nach der zweiten Läufigkeit reduziert also das Risiko für Tumoren der Milchdrüse nicht mehr. Auf die normalen Hormonveränderungen nach der Läufigkeit reagieren einige Hündinnen mit psychischen Störungen, eventuell auch mit Gesäugeanbildung, der so genannten Scheinträchtigkeit. Dieses für Hund und Besitzer gleichermaßen unangenehme Verhalten verschwindet mit der Kastration vollständig. Durch die Kastration können außerdem Erkrankungen von Eierstöcken und Gebärmutter, vor allem die häufig vorkommende Gebärmuttervereiterung, verhindert werden. Nachteile Bei langhaarigen Hunden mit glänzendem Deckhaar, z.B. bei Spaniels, Langhaardackeln und Irish Settern, kann es nach der Kastration zu einem übermäßigen Wachstum des Wollhaares kommen; sie entwickeln ein stumpfes "Babyfell". Diese Fellveränderung lässt sich durch Behandlung mit Hormontabletten zwar verbessern, sie lässt sich jedoch nicht vollständig beheben. Die Erfahrungen einer langjährigen Inhaberin eines Hundesalons zeigen, dass das Babyfell bei frühkastrierten Hündinnen weniger häufig beobachtet wird. Wesentlich seltener kommt es nach der Kastration zu haarlosen Stellen in der Flankenregion, was bei kurzhaarigen Hunden sehr gut sichtbar und störend ist. Viele Hündinnen haben nach der Kastration, durch den Wegfall der Geschlechtshormone, einen größeren Appetit. Wenn sie uneingeschränkt weitergefüttert werden, kommt es zu Fettleibigkeit und in der Folge zu einer reduzierten Bewegungsfreudigkeit. Abhilfe verschafft eine konsequent restriktive Fütterung und ausreichend Bewegung. Nachteilig auswirken kann sich die Kastration bei aggressiv dominanten Hündinnen, weil dieses Fehlverhalten nach der Operation unter Umständen noch verstärkt wird.
Operation
Ein weiterer Grund für die Kastration ist der bei jedem intakten Rüden auftretende weiße, schleimige Ausfluss aus der Vorhaut. Dieser Ausfluss läuft zwar unter dem Begriff "Präputialkatarrh", ist aber als völlig normales Phänomen zu beurteilen. Es bestehen große individuelle Unterschiede hinsichtlich Menge der abgesonderten Flüssigkeit. Eine übermäßige Produktion stellt für viele Besitzer ein hygienisches Problem dar. Mit Spülungen wird nur ein kurzfristiger Erfolg erzielt, weshalb sich einige Besitzer für die Kastration entscheiden. Danach hört der Ausfluss innerhalb weniger Tage auf. Medizinische Gründe, weshalb ein Rüde kastriert werden muss, umfassen Veränderungen der Hoden und der Prostata (z.B. Vergrößerung, Entzündungen oder Zysten). Nicht abgestiegene Hoden müssen frühzeitig entfernt werden, weil das Risiko, dass daraus Tumore entstehen, sehr groß ist. Zeitpunkt Vorteile Das Streunen und das Markieren im Haus wird in den meisten Fällen durch die Kastration völlig zum Verschwinden gebracht. Wie vorgängig erwähnt, sistiert der Ausfluss aus der Vorhaut nach der Kastration vollständig. Nachteile Im Gegensatz zur Hündin kann sich die Kastration beim männlichen Tier auf das Skelettwachstum auswirken. Bei einer Kastration vor Erreichen der Geschlechtsreife dauert das Knochenwachstum länger, und der Rüde wird geringfügig größer. Bei Spaniel-, Langhaardackel- und Irish Setterrüden wird die Fellqualität durch die Kastration in gleicher Weise, jedoch seltener beeinträchtigt als bei den Hündinnen. Obwohl das Verhalten von frühzeitig kastrierten Rüden gegenüber ihren Artgenossen in der Regel sehr friedfertig ist, zeigen die sexuell intakten Rüden zum Teil einen sehr unangenehmen Umgang mit den kastrierten Rüden. Viele kastrierte und somit "geschlechtsneutrale" Rüden werden von ihren Artgenossen intensiv beschnuppert und bestiegen. Dieses Dominanzgebaren wird von den kastrierten Hunden aber meistens nicht toleriert, und sie nehmen bereits eine aggressive Abwehrhaltung ein, wenn sich ein interessierter Rüde nähert.
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Von Harald Wenner
Spondylosen (Spondylopathia deformans) sind krankhafte Veränderungen (Verkalkungen) an der Wirbelsäule, die meist durch chronische Entzündungen der Verbindungsgewebe unterhalb der Wirbel entstehen. Zwischen den einzelnen Wirbelkörpern der Wirbelsäule befinden sich die Bandscheiben.
Bei an Spondylose erkrankten Hunden bilden sich besonders vorne an den Wirbelkörpern knöcherne Zacken, die von oben und von unten über die Bandscheibe wachsen. Diese Zacken können so lang werden, dass sie zwei hintereinander liegende Wirbel über die Bandscheibe hinweg verbinden. Es kommt zur knöchernen Überbrückung der Wirbelzwischenräume (in denen die Bandscheiben liegen), was am Ende zur Versteifung einzelner Abschnitte der Wirbelsäule führt. Hauptsächlich betroffen sind dabei die Brust- und die Lendenwirbelsäule.
Auf einer seitlichen Röntgenaufnahme der Wirbelsäule kann man erkennen, dass diese "Brücken" die Wirbel so zu verbinden beginnen, dass Bewegungen schmerzhaft werden können. Sobald die Spangen stabil verkalkt sind, nehmen die Schmerzen ab. Was allerdings bleibt, ist ein steifer Rücken.
Bei fortgeschrittener Spondylose kann auch eine Hinterhandschwäche auftreten, da die Leitfähigkeit der Rückenmarknerven behindert ist. Dadurch könnte auch eine eventuell vorhandene, aber bisher noch nicht festgestellte Hüftgelenksdysplasie oder Kniegelenkerkrankung in ihrem Fortschreiten beschleunigt werden.
Klar ist, dass Spondylosepatienten oft abrupte Schmerzen haben, die durch eine Bewegung der Wirbelsäule ausgelöst werden (zu vergleichen bei uns Menschen mit einem Hexenschuss oder einem eingeklemmten Ischiasnerv).
Man sollte darauf achten, dass Hunden mit Spondylose nicht unnötig auf dem Rücken "herumgetatscht" wird; wohlgemeintes, zu starkes "Klopfen" kann da auch beim gutmütigsten Hund wegen der Schmerzen schon mal zu einem Schnappen führen.
Bei Spaziergängen sollten Sie darauf achten, dass keine anderen Hunde auf Ihrem Hund "aufreiten", wollen. Dieses Aufreiten anderer Vierbeiner kann wieder einen akuten Schmerzschub auslösen. Generell sollte darauf geachtet werden, dass der Rücken nicht unnötig belastet wird.
Gleichwohl sind Hunde mit Spondylose ganz "normale" Hunde, auch wenn man ständig in Sorge ist, bestimmte Bewegungsabläufe könnten einen neuen Schmerzschub auslösen. Aber dieser Schmerzschub kann durch ein zu wildes Herumtollen mit einem Spielkameraden auf der Wiese genau so ausgelöst werden, wie durch ein zu abruptes Hinlegen des Hundes auf sein weiches Lager.
Grundsätzlich sollte das Therapieprinzip entzündungshemmend und schmerzstillend sein. Schmerztherapien sind allerdings nur bei Krankheitsschüben erforderlich. Es gibt gute Möglichkeiten, den Verlauf der Spondylose positiv zu beeinflussen. So kann man zum Beispiel "im Hintergrund" homöopathisch entzündlichen Prozessen entgegenwirken. Medikamente wie Traumeel und Zeel haben sich hier sehr gut bewährt.
Auch eine homöopathische Behandlung darf nur in Absprache mit dem
Tierarzt stattfinden, der, gemeinsam mit dem Tierhalter, die
bestmögliche Therapie für den Hund ermittelt. Wenn aber irgendwann
diese Mittel nicht mehr helfen, ist es sehr wichtig, mit dem
Tierarzt an andere Behandlungsmethoden zu denken.
Wie bei jeder Gelenkerkrankung ist ein gesundes Maß an Bewegung sehr wichtig. Nur so kann stützende Muskulatur erhalten, oder gekräftigt werden. Sofern möglich, sollten sich erkrankte Hunde viel im Wasser bewegen, wo jeder Körper nur ein Siebtel seines eigentliches Gewichtes wiegt. Dies ist eine hervorragende Methode, die - gerade bei Erkrankungen im Bewegungsapparat - erforderliche Muskulatur aufzubauen, ohne Gelenke und Wirbelsäule zu überlasten.